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lotterleben
Der Artikel ist (für mich) eine Erläuterung, warum auch/gerade in der Praxis irgendwann mal Feierabend ist.

1) Heißt es ja nicht, dass Menschen keine Fragen beantwortet werden sollen und ein Austausch auch über Basics nicht fruchtbar und spannend sein kann, sondern nur dass es kein Anrecht darauf gibt, dass sich ein_e Feministische_r Servicemitarbeiter_in sofort um die_den Sexistin_en kümmert.

2) Handelt es sich eben genau nicht um eine Serviceindustrie und der oben genannte Anspruch ist wieder eine Machtausübung, der zu folgen ich weniger und weniger Bock habe

3) Ist es nicht nur verdammt ermüdend, sich jahrelang immer wieder die gleichen leicht widerlegbaren Argumente reinzuziehen, es geht auch an die Substanz. Weil jede Person aufs neue in Wunden herumbohrt, mir (auch aus versehen) Respektlosigkeiten entgegenschleudert, meine Erfahrungen in Frage stellt oder herunterspielt... Shakesville hat das hier sehr schön zum Ausdruck gebracht:

„There are the occasions that men—intellectual men, clever men, engaged men—insist on playing devil's advocate, desirous of a debate on some aspect of feminist theory or reproductive rights or some other subject generally filed under the heading: Women's Issues. These intellectual, clever, engaged men want to endlessly probe my argument for weaknesses, want to wrestle over details, want to argue just for fun—and they wonder, these intellectual, clever, engaged men, why my voice keeps raising and why my face is flushed and why, after an hour of fighting my corner, hot tears burn the corners of my eyes. Why do you have to take this stuff so personally? ask the intellectual, clever, and engaged men, who have never considered that the content of the abstract exercise that's so much fun for them is the stuff of my life.“

Ich gehe idR davon aus, dass Menschen, die mit dem oben genannten Anspruch an die Sache herangehen und nicht einmal die Bereitschaft zeigen, sich einen Text durchzulesen bzw versuchen sich selber zu informieren, sowieso schwer bis gar nicht zu überzeugen sind. Das heißt nicht dass da nie ein Aha-Moment eintritt, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich den Groschen um purzeln bringe, ist verdammt gering.
Und manchmal ist mir mein Wohlergehen dann doch wichtiger als irgendein_e Sexist_in.

und 4) wenn ich mich in der Praxis besagten Herrschaftsmustern unterwerfen würde würde ich den ganzen Tag nix anderes zu tun haben als Erklärbär zu spielen, mein Studium nie auf die Reihe kriegen und generell wenig vorankommen... Womit die Personen, mit denen ich den ganzen Tag über diskutieren würde, noch mehr Macht über mich ausgeübt hätten. Und ich ihnen dann wahrscheinlich noch als Beispiel dafür dass Frauen ja eh unfähig seien dienen dürfte.


Reposted bySirenensang Sirenensang

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